Cranio-Sacral-Therapie

Cranio-sacrale Techniken bezeichnen eine ganzheitliche Körpertherapie, die sich aus der Osteopathie heraus entwickelt hat.

Die Cranio-sacral-Therapie ist ein manuelles Verfahren. Der Therapeut arbeitet dabei mit Handgriffen im Bereich des Schädels, des Nackens und der Wirbelsäule hinunter bis zum Kreuzbein und Becken.

Der Therapeut versucht durch gezielte Massage Blockaden im Cranio-sacralen Rhythmus («Gehirnwasserfluss») zu lösen und Selbstheilungskräfte zu aktivieren. Cranio-sacrale Techniken gelten daher bei einer Reihe an funktionellen Störungen und Befindlichkeitsbeschwerden als heilsam.

1. Theorie der Cranio-sacralen Techniken

Der Begriff cranio-sacral leitet sich vom Lateinischen cranium = Schädel und sacral = Kreuzbein ab und bedeutet übersetzt so viel wie “Schädel-Kreuzbein-Therapie». In der Tat geht die Cranio-Sacral-Therapie von einem rhythmischen Fluss des Hirnwassers vom Gehirn bis ins Rückenmark aus.

Dieser sogenannte Cranio-sacrale Rhythmus ist normalerweise ebenso wie Atem- oder Herzrhythmus wahrnehmbar. Er pulsiert beim gesunden Menschen mit etwa 6 – 12 Zyklen pro Minute vom Schädel bis zum Kreuzbein. Durch seinen Puls bewegt er die Hirn- und Rückenmarkshäute, den Schädel und die Wirbelsäule sowie die damit verbundenen Faszien (bindegewebsartige Häute).

Die empfindlichen Nervenstrukturen werden mit Nährstoffen versorgt und geschützt. Man bezeichnet den Cranio-sacralen Rhythmus auch als Lebensatem-Rhythmus. Kommt es zu einer Störung des Gehirnwasserflusses, kann sich dies in einer Reihe von Beschwerden äussern. Solche Blockaden versucht der Therapeut durch Cranio-sacrale Techniken zu lösen.  

2. Technik der Cranio-sacral-Therapie

Mit gezielten sanften Berührungen des Schädels, der Wirbelsäule und des Kreuzbeins versucht der Therapeut zunächst den Cranio-sacralen Rhythmus zu erspüren. Eventuell vorhandene Blockaden versucht er zu lösen, sodass der Gehirnwasserfluss wieder gleichmässig zirkulieren kann. Selbstheilungskräfte sollen sich dadurch anregen lassen und eine Heilung herbeiführen.  

3. Entstehung der Cranio-Sacral-Therapie

Der amerikanische Osteopathie Dr. William G. Sutherland entwickelte Anfang des 20. Jahrhunderts zunächst die sogenannte Craniale Osteopathie. Auf dieser Grundlage begründete durch weitere Spezifizierung und Systematisierung der amerikanische osteopathische Arzt und Chirurg Dr. John E. Upledger in den 1970er Jahren die Cranio-sacrale Therapie.  

4. Wie verläuft eine Behandlung?

Eine Cranio-sacrale-Behandlung findet in der Regel im Liegen statt und dauert etwa eine Stunde. Der Therapeut bearbeitet mit seinen Händen mit sanftem Druck Schädel und Nackenbereich sowie Rücken und Becken. Dabei versucht er Blockaden im Cranio-sacralen Rhythmus zu ertasten und aufzulösen. Die Patienten empfinden die Behandlung dabei als sehr entspannend. Die gelösten Blockaden geben ihm Energie.  

5. Wann kann die Cranio-sacrale Therapie angewendet werden?

Die Cranio-sacrale Therapie kann bei einer Reihe an funktionellen Beschwerden und Befindlichkeitsstörungen erfolgreich eingesetzt werden. Besonders bewährt gilt die Behandlung unter anderem bei  

  • Asthma 
  • Allergien  
  • Bandscheibenprobleme, Ischias 
  • Bänder-, Sehnen- und Muskelverletzungen 
  • Depressionen 
  • Entwicklungsstörungen bei Kindern  
  • Hauterkrankungen 
  • Kiefergelenkprobleme 
  • Migräne und Kopfschmerzen  
  • Knochenbrüche 
  • Menstruationsbeschwerden 
  • Neurologische Erkrankungen 
  • Psychosomatische Beschwerden 
  • Rehabilitation  
  • Rücken-, Nacken- und Schulterschmerzen 
  • Schlafstörungen 
  • Schock und Trauma 
  • Schwangerschaftsbeschwerden (Rückenschmerz, u.a.) 
  • Stress und Burn Out 
  • Verdauungsstörungen